Ein Ratgeber rund um Zimmertüren: Auf jede Frage eine Antwort.


Zimmertüren, alles was Sie vor dem Einbau wissen müssen: Varianten, Standardmaße, Montage & Bearbeitung

Ob in der eigenen Wohnung, auf der Arbeit, in Läden oder bei Freunden – überall begegnen uns Zimmertüren und obwohl sie so alltäglich für jeden von uns sind und viele Male am Tag geöffnet und geschlossen werden, werfen sie beim Hausbau und der Renovierung zahlreiche Fragen auf. Welche Zimmertüren gibt es? Was muss ich beim Einbau beachten? Kann man Innentüren einfach austauschen? Und was ist überhaupt modern? Wir verraten Ihnen alles was Sie wissen müssen und machen Sie zum Zimmertürenexperten.


Die klassischen Türvarianten: Anschlag- und Schiebetür

Sie stecken mitten im Hausbau oder einer Renovierung und so langsam rückt die Wahl der Zimmertüren näher. Ein Besuch im Fachmarkt oder ein Blick ins Internet zeigen bereits: Es gibt zahlreiche Zimmertüren in unterschiedlichsten Farben, Formen und Designs.
Kurz gesagt: Die Auswahl ist riesig. Um die richtige Entscheidung zu treffen, sollten Sie sich zunächst einen Überblick darüber verschaffen, welche Türenarten es gibt und welche sich wofür am besten eignen.
Anschlagtüren sind die klassische Variante für Innenräume und gelten sogar als die meist verbaute Türart. Das Türblatt wird mit Hilfe von Scharnieren montiert und kann sich so um die Türangel drehen, weshalb diese Variante auch oft als „Drehtür“ bezeichnet wird. In welche Richtung sich die Tür „dreht“, beziehungsweise auf welcher Seite sich Klinke und Schloss befinden, gibt die Anschlagseite an. Ist die Türöffnung „DIN links“, befinden sich die Türbänder an der linken Seite und die Klinke auf der rechten. Bei der gegenteiligen Bezeichnung „DIN rechts“ befinden sich die Bänder dementsprechend auf der rechten Seite und die Klinke auf der linken.
Die Anschlagseite, auch DIN-Richtung genannt, wir immer von der Seite der Tür bestimmt zu der sich die Tür hin öffnen lässt. Anders gesagt von der Seite der Tür, auf der Sie bei geschlossener Tür die Türbänder sehen können. Meist öffnen Türen zur Rauminnenseite, also in den Raum hinein. Von dort aus ist in dem Fall die Anschlagrichtung zu bestimmen. Öffnet die Tür auf dem Raum heraus, was häufig bei kleinen Räumen wie z.B. dem Gäste WC der Fall ist, muss die Anschlagrichtung von außen bestimmt werden.

Beim Einbau von Anschlagtüren muss also beachtet werden, dass diese beim Öffnen einiges an Platz einnimmt. Dafür schirmt sie aber ideal gegen Zugluft und Gerüche ab. Für besonders kleine Wohnflächen eignet sich die Anschlagtür aufgrund des Platzanspruches nicht besonders gut.
Schiebetüren hingegen, bieten hier die optimale Lösung. Diese laufen auf Rollen in einer Laufschiene, welche entweder oben an der Wand oder unter der Decke befestigt wird. Je nach Ausführung befindet sich die Schiebetür unten zusätzlich in einer Schiene oder hat eine anderweitige Bodenführung. Bei dieser Variante muss beim Einbau darauf geachtet werden, dass diese möglichst flach ist und sich kaum vom Boden abhebt, damit keine Stolperfalle entsteht.
Wird eine Schiebetür schon von Anfang an in einem Neubau berücksichtigt, kann ein Hohlraum in der Wand geschaffen werden, in den die Türblätter beim Öffnen verschwinden. Bei einem nachträglichen Einbau ist der Einbau vor der Wand allerdings praktischer und spart enorm viel Zeit und Aufwand.
Insgesamt sind Schiebetüren also perfekt, um Wohnräume platzsparend zu trennen, allerdings bleibt zwischen Wand und Zarge immer ein kleiner Luftspalt, weshalb Schall- und Wärmedämmung hier weniger gut ausfallen als bei Anschlagtüren.


Standardmaße sind das A&O für eine problemlose Montage

Beim Hausbau ist es wichtig von Anfang an darauf zu achten, dass die Türöffnungen den gängigen Standardmaßen entsprechen. So müssen beim Türeneinbau keine Veränderungen mehr am Rohbau vorgenommen werden, was die Montage um einiges erleichtert.
Hier haben wir Ihnen die Standardmaße einmal im Überblick zusammengefasst:

Höhe von Tür und Zarge

Höhe
Wandöffnung
Höhe Türblatt
(Bestellmaß)
200,0 - 202,0 cm 198,5 cm
212,5 - 214,5 cm  211,0 cm

 

Breite von Tür und Zarge

Breite Ihrer
Wandöffnung
Breite Türblatt
(Bestellmaß)
62,5 - 65,5 cm 61,0 cm
75,0 - 79,0 cm 73,5 cm
87,5 - 91,5 cm 86,0 cm
100,0 - 104,0 cm 98,5 cm

Im Neubau empfiehlt es sich die Maueröffnung ca. 10-15 mm breiter als die Maueröffnung nach DIN Norm anzulegen, um unnötige Nachstemmarbeiten am Mauerwerk zu verhindern.

Wandstärke der Zarge

Stärke Ihrer Wand
(Verstellbereich der Zarge)
Wandstärke Zarge
(Bestellmaß)
8,0-9,7 cm 8,0 cm
9,8-11,7 cm 10,0 cm
11,8-13,7 cm 12,0 cm
13,8-15,7 cm 14,0 cm
15,8-17,7 cm 16,0 cm
17,8-19,7 cm 18,0 cm
19,8-21,7 cm 20,0 cm
21,8-23,7 cm 22,0 cm
23,8-25,7 cm 24,0 cm
26,3-27,9 cm 26,5 cm
28,0-29,7 cm 28,0 cm
29,8-31,7 cm 30,0 cm
32,8-34,7 cm 33,0 cm
In Altbauten kommt es regelmäßig vor, dass die Türöffnungen nicht genormt und daher nicht mit den handelsüblichen Zimmertüren kompatibel sind.
Aber keine Sorge, das bedeutet nicht, dass Sie niemals die Zimmertüren erneuern können. In der Regel bieten Hersteller spezielle Maßanfertigungen an, mit etwas Glück sogar für Ihr Wunschmodell. Maßanfertigungen sind zwar etwas kostspieliger als Zimmertüren in Standardmaßen, allerdings überzeugen diese mit einer hervorragenden Qualität.

Der perfekte Zeitpunkt für den Türeneinbau?

Beim Hausbau oder einer Renovierung soll es möglichst schnell gehen: Handwerker im Haus und laute Baustellengeräusche machen Schmutz, stören die Atmosphäre und gemütlich ist es in dieser Zeit leider auch nicht. Auch wenn alles möglichst schnell vonstattengehen soll, ist es wichtig, die richtige Reihenfolge zu befolgen - das gilt auch beim Einbau von Zimmertüren.
Beim Hausbau ist es einfach die richtige Reihenfolge einzuhalten, schließlich wird alles von Grund auf neu errichtet. Die Zimmertüren müssen vor allem mit Boden und Wandbelag kompatibel sein. Daher wird vor der Türenmontage am besten zunächst der Boden verlegt. So liegt der Bodenbelag exakt unter der Tür und die Tür muss später nicht angepasst werden. 
Nachdem der Bodenbelag also verlegt wurde, können die Türelemente eingebaut werden. Kann diese Reihenfolge allerdings mal nicht eingehalten werden oder nur der Boden wird erneuert, müssen die Türelemente nicht zwingend demontiert werden. Bietet die Zimmertür dem Boden nicht genügend Platz, können Türrahmen und Türblatt gekürzt werden. Falls Sie nicht selbst einer sind, sollten Sie hiermit einen Experten beauftragen. Mit einer einfachen Säge und wenig Erfahrung kann der Rahmen schnell schief oder zu kurz.
Der richtige Handwerker besitzt spezielle Werkzeuge und hilfreiche Geheimtipps womit die Tür im Handumdrehen an den neuen Bodenbelag angepasst werden kann. Aber welcher Handwerker eignet sich überhaupt am besten für den Türeneinbau?
Schauen Sie dazu einfach in unseren Ratgebertext:
Welcher Handwerker baut Innentüren ein?“ oder Sie wenden sich direkt an uns:




Zimmertüren austauschen: Geht das überhaupt?

Türen werden jeden Tag unzählige Male geöffnet und geschlossen und zeigen daher nach einigen Jahren Verschleißspuren, wie Kratzer oder Dellen. Irgendwann müssen also doch mal neue Innentüren her, aber kann man die einfach so austauschen? Zimmertüren können natürlich jederzeit ausgetauscht werden.
Messen Sie hierfür zunächst die Maße am Türblatt oder Zargenfalz. Bei der Bestellung einer neuen Tür sind die Wanddicke, die Höhe und die Breite der Wandöffnung entscheidend, welche sich an den Außenmaßen des alten Türblatts weitestgehend feststellen lassen. Entsprechen diese der Norm, erfordert der Tausch keinen großen Aufwand, solange die neue Zimmertür den gleichen Maßen entspricht.
Nachdem die Maße festgestellt und die neue Zimmertür bestellt wurde, folgt die Demontage des alten Türelements. Hierzu wird zunächst das Türblatt aus den Angeln gehoben, je nachdem wie groß und schwer die Zimmertür ist, sollte eine zweite Person dabei helfen. Bei der Türzarge erweist sich die Demontage als etwas schwieriger, da diese nicht in einem Stück abgenommen werden kann, sondern in drei Teilstücke zersägt wird: Die beiden Seitenteile und die Kopfleiste. Achten Sie beim Sägen darauf, dass Sie die Zarge komplett zerteilen, ansonsten lässt sich diese nicht vom Mauerwerk lösen. Um das Mauerwerk hierbei nicht zu beschädigen, eignet sich am besten eine Handbügelsäge. Ist die Zarge zerteilt, können Sie mit dem eigentlichen Ausbau beginnen. Tragen Sie hierbei unbedingt eine Staubmaske, um Ihre Atemwege vor Staub zu schützen und eine Schutzbrille zum Schutz vor Splitter.
Lösen Sie die Teilstücke je nach Stabilität des Materials entweder mit Hammer und Meißel oder einer Brechstange. Lassen sich die Stücke nicht vom Mauerwerk lösen, muss die Zarge in noch kleinere Stücke zersägt werden. Die Demontage hört sich noch recht einfach an. Der Einbau der neuen Türelemente hingegen erfordert Genauigkeit und Ausdauer, da Unebenheiten im Mauerwerk ausgeglichen und Zarge und Türblatt korrekt positioniert und fixiert sein müssen. Schließlich soll das neue Türelement später waagerecht und ohne Schäden in der Türöffnung montiert sein. Die Tür soll nicht auf- oder zufallen und soll sauber ins Schloss fallen und sich verschließen lassen.

Neben Hammer und Cuttermesser werden unter anderem auch Zargenschaum, Spannwerkzeuge und viele weitere Werkzeuge benötigt.
Sie merken schon: Der Türeneinbau ist nicht so leicht, wie man zunächst annimmt, erst recht wenn man in diesem Gebiet noch völlig unerfahren ist. Damit die neue Zimmertür fachgerecht eingebaut wird und keine Schäden an den neuen Materialien entstehen, ziehen Sie einen erfahrenen Experten hinzu. Nicht nur der Aufwand ist um einiges geringer, auch die Kosten, falls beim selbstständigen Einbau etwas schief geht.




Was man gegen lautes Knarren und lästiges Quietschen tun kann

Direkt nach der Montage lässt sich die Zimmertür meist einwandfrei Schließen und Öffnen, ganz ohne Knarren und Quietschen. Alte Türen scheinen jedoch nach einiger Zeit Eigenleben zu entwickeln. Warum quietscht diese Tür immer an dieser einen Stelle? Warum muss man die andere Tür immer so fest zuschlagen?
Meist lassen sich solche Probleme aber ganz einfach lösen. Gegen das lästige Quietschen reicht oft schon ein kleiner Tropfen Öl aus. Hängen Sie hierzu einfach die Tür aus und geben Sie ein wenig Öl auf die Bolzen. Achtung: Zu viel Öl verursacht Staubansammlungen und kann das Türband verschmutzen.
Während Öl bei klappernden Türen nichts bewirkt, ist ein feiner Schraubschlüssel das perfekte Werkzeug. Hier ist nämlich meist eine lockere Schraube an der Türklinke die Ursache. Diese befinden sich aus optischen Gründen meist unter der Klinke, welche sich allerdings ganz einfach abnehmen lässt. Ziehen Sie die lockeren Schrauben einfach nach und schon ist alles wie neu.
Fällt eine Tür ständig von allein zu oder klemmt, sitzt das Türblatt meist schief oder die Bänder der Zarge oder Tür sind verstellt. Um dies zu beheben, hängen Sie zunächst das Türblatt aus. Nun drehen Sie das obere Band an der Zimmertür im Uhrzeigersinn und hängen die Tür anschließend wieder ein. Falls die Tür trotzdem von allein zufällt, wiederholen Sie den Vorgang. Lässt sich die Tür nicht richtig schließen oder liegt nicht auf der Dichtung, sodass ein Spalt entsteht, liegt dies meist am unteren Türband. Mit einem Inbusschlüssel lässt sich dieses problemlos verstellen.
Die Zimmertür schleift über den Boden, obwohl das Türblatt korrekt in der Zarge hängt? Hier schaffen sogenannte „Fitschenringe“ Abhilfe, welche Sie einfach auf die Bolzen an der Türzarge schieben. Bringen Sie so viele Ringe an, bis die Tür nicht mehr schleift, wichtig ist nur, dass auf beiden Bolzen die gleiche Anzahl an Ringen ist und das Türblatt beim Schließen nicht oben an die Zarge schlägt.


Mit Hobel und Säge - Zimmertüren korrekt kürzen

Der häufigste Grund warum Türen gekürzt werden müssen, ist ein neuer Bodenbelag. Sind die neuen Fliesen beispielsweise dicker als die Vorherigen klemmt die Tür oder lässt sich gar nicht erst bewegen. Wenn Sie den Boden nicht wieder entfernen und einen anderen neu verlegen möchten, bleibt nur eine Lösung: Die Kürzung der Zimmertür.
Das hört sich zunächst ganz einfach an, je nach Tür kann eine selbstständige Kürzung ohne Erfahrung nach hinten losgehen und je nach Variante ist es sogar gar nicht erst möglich. Vollholztüren können ohne Weiteres mit einem Hobel gekürzt werden. Achten Sie hierbei aber unbedingt auf einen geraden Schnitt. Ein schiefes Türblatt stört nämlich genauso, wie eine klemmende Tür.
Moderne Türen bestehen jedoch meist nicht aus Vollholz, sondern aus beschichteten Pressspänen. Mit dem Hobel kommen Sie hier nicht weit, sondern benötigen für eine erfolgreiche Kürzung eine Handkreissäge mit Führungsschiene. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass das die Oberfläche an den Sägekanten ausbricht oder einreißt und die Zimmertür beschädigt wird. Kleben die die Schnittkante vorher mit einem entsprechenden Klebeband ab um Ausrisse zu minimieren.
Besonders schwierig ist die Kürzung bei Glastüren: Die nachträgliche Bearbeitung von Glastüren ist nahezu unmöglich. Neben der Kürzung gibt es aber alternative Lösungen, um die Glastür an den neuen Bodenbelag anzupassen. Im Prinzip bleibt hier nur eine neue Glastür im Sondermaß.
Schauen Sie dazu in unseren Ratgebertext: "Glastüren - Alles was Sie wissen müssen"

Sie sehen: Zimmertüren kürzen ist kein Kinderspiel und sollte am besten von Experten vorgenommen werden. Wird die Zimmertür nämlich beim Kürzen beschädigt, ist dies kostspieliger als einen Handwerker zu rufen.


Welche Türen sind modern?

Wie Mode-, Frisuren- und Musiktrends ändern sich auch Trends im Hausbau stetig. Die beste Wahl ist letztlich immer das, was Ihnen persönlich am aller besten gefällt. Lassen Sie sich also bei beim Zimmertürenkauf nicht von Trends leiten, sondern suchen Sie sich Ihren eigenen Favoriten aus. Wir verraten Ihnen hier, welche Modelle im Durchschnitt aktuell am häufigsten gekauft werden.
Während Zimmertüren damals vor allem funktional waren, werden sie zunehmend zu wichtigen Designelementen beim Hausbau und der Renovierung und bestimmen die Raumatmosphäre maßgeblich. In den letzten Jahren sind vor allem weiße Türen besonders beliebt und machen deutlich mehr als die Hälfte des Marktanteils aus, was vermutlich an dem schlichten und doch eleganten Design liegt.
Aber auch Türen in Holzoptik immer wieder gefragt, da diese mit ihrem natürlichen und individuellen Aussehen überzeugen. Im nächsten Jahr kann der Trend aber wieder in eine ganz andere Richtung gehen. :)




Sind die neuen Türen schon eingebaut?

Hat Sie die Motivation gepackt und unser Ratgebertext hat Sie zu einem echten Türenprofi gemacht? Dann sind die Zimmertüren bestimmt schon eingebaut. Falls nicht, verraten wir Ihnen den perfekten Handwerker für diesen Job: MONTARIO
Wir sind ein Team aus Experten für Innentüren und deren Montage.
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